Was ist ein Waldkindergarten


Er ist wie ein ganz normaler Kindergarten ohne Tür und Wände, in dem die Kinder spielen, werken, malen, toben, faulenzen, Geschichten lauschen, singen. Der Waldkindergarten hat das ganze Jahr hindurch den Wald als zentralen Aufenthaltsort. Wir finden hier sowohl Raum als auch Spielmaterial in Hülle und Fülle. Die Waldbewohner und sein Wandel in den vier Jahreszeiten vermitteln tiefgreifende sinnliche Eindrücke. Es gibt kein vorgefertigtes Spielzeug. So lernen die Kinder im sozialen Austausch miteinander für Unterhaltung zu sorgen. Das fördert die Fantasie, die Kommunikationsfähigkeit, die Eigenständigkeit und damit das Selbstbewusstsein enorm.

In Kontakt mit der zauberhaften Natur zu treten, eine Beziehung aufzubauen, Sinnzusammenhänge begreifen zu können, statt aus Medien zu konsumieren, bedeutet ganzheitliches, konkretes Lernen aus erster Hand. Die aktuelle Gehirnforschung bestätigt dies. Großflächiges, freies spontanes Bewegen im Wald fördert die Motorik sowie die Körperwahrnehmung.

Dies ist die Grundlage für Wissensaufnahme und -Speicherung. Viel Platz, wenig Lärm. Die wohltuende Atmosphäre im Wald bringt Körper, Geist und Seele in einen die Gesundheit und das Lernen fördernden Einklang. Feste Tagesrhythmen sorgen für Sicherheit, sie fördern und unterstützen den Gemeinschaftssinn und das soziale Verhalten. Für die Kinder ist weder Nässe noch Kälte ein Problem. Sie sind entsprechend witterungsmäßig gekleidet, bewegen sich viel und sind schnell abgehärtet. Traditionelle Feste wie Martinsfest, Adventsfeste, Nikolaus, Ostern oder Sommerfeste sind für unseren Waldkindergarten ebenso kennzeichnend wie verschiedene Beschäftigungsmaterialien (z.B. Werkzeuge, Seile, Farben, Bücher etc.)

Seit wann gibt es Waldkindergärten?

Die Idee stammt aus Dänemark, wo diese Form der Kinderpädagogik schon seit den fünfziger Jahren besteht und weit verbreitet ist. In Deutschland sind mittlerweile über 300 Waldkindergärten fest etabliert und noch mehr am Entstehen.

 

Stärken des Waldkindergartens

Eine Beziehung zur Natur aufbauen – wer Wald und Natur als Kind kennen und respektieren lernt, wird sich auch als Erwachsener um sie kümmern. Der natürliche Bewegungsdrang kann ungehindert ausgelebt werden – nirgendwo anders als im Wald ist so viel Platz zum Kräfte messen und toben. Förderung des Gemeinschaftsgefühls, Teamgeistes und positiven Sozialverhaltens – im Wald geht vieles nur gemeinsam.

 

Das eigene Schaffen, Entdecken und Bewegen stärkt die Selbstsicherheit, die kognitive und psychomotorische Entwicklung. Raum für Kreativität, Fantasie und Eigeninitiative fördert die grob- und feinmotorische Entwicklung – positive Voraussetzungen für die Schulfähigkeit. Differenzierung des Wahrnehmungsvermögens und Förderung der Konzentrationsfähigkeit. Gesundheitlicher Nutzen: der tägliche Aufenthalt in der Natur wirkt sich positiv auf die Konstitution von Kindern mit Allergien und Asthma aus, beugt Haltungsschäden vor und stärkt vor allem die Abwehrkräfte.